Vor zwei Jahren startete ich meinen eigenen Nischen-Podcast über nachhaltige Stadtentwicklung. Die ersten Folgen produziert ich mit Freunden, aber nach drei Monaten brauchte ich neue Stimmen. Ich kontaktierte Agenturen, die mir Influencer vermittelten. Die Kosten waren hoch, die Ergebnisse oft enttäuschend – ein Gast hatte kaum Ahnung vom Thema, ein anderer wollte nur sein Buch verkaufen. Frustriert suchte ich nach einer besseren Methode. Dabei stieß ich auf Influencer Wiki online. Zuerst dachte ich, es sei nur eine weitere Datenbank für Marketingfachleute. Aber dann begann ich, die Einträge genauer anzuschauen – und entdeckte ein Werkzeug, das meine Suche völlig veränderte.

Warum ich Agenturen den Rücken kehrte

Agenturen arbeiten oft mit Pauschalpaketen. Sie schlagen dir drei bis fünf Kandidaten vor, die in ihr Schema passen. Für mich bedeutete das: zu teuer, zu wenig Auswahl, zu viel Vermittlungsgebühr. Einmal zahlte ich 500 Euro für einen Gast, der in der Folge nur Allgemeinplätze von sich gab. Ich fragte mich, ob ich nicht selbst recherchieren könnte. Die Antwort war ja, aber nur mit der richtigen Quelle. Influencer Wiki bot mir eine Liste von Menschen, die ich selbst beurteilen konnte – ohne Filter und ohne Aufpreis.

Was Influencer Wiki anders macht

Die meisten Plattformen zeigen dir nur die Reichweite und ein paar Social-Media-Links. Influencer Wiki geht tiefer. Dort findest du oft biografische Details, frühere Projekte, Kooperationen und manchmal sogar Zitate aus Interviews. Das ist für mich als Podcaster Gold wert. Ich kann vorab prüfen, ob jemand wirklich zu meinem Thema passt. Ein Beispiel: Ich suchte eine Expertin für urbane Gärten. Im Wiki stand, dass sie selbst ein Gemeinschaftsgartenprojekt in Berlin leitet – perfekt. Ein Agentur-Profil hätte das kaum erwähnt.

So filtere ich die Spreu vom Weizen

Ich öffne die Seite und gebe mein Stichwort ein. Dann lese ich die Profile nicht nur überfliegen, sondern jedes Detail. Achte auf die Quellenangaben – manche Einträge sind von der Community ergänzt, andere von den Influencern selbst. Beides hat Wert, aber ich vertraue eher den externen Verweisen. Wenn jemand einen eigenen Blog oder ein Buch hat, klicke ich rein. Diese Prüfung dauert pro Kandidat etwa zehn Minuten. Das erspart mir später eine Stunde sinnloses Telefonat.

Drei konkrete Beispiele aus meiner Praxis

Erstes Beispiel: Ein Architekt mit 50.000 Followern auf Instagram. Sein Wiki-Eintrag zeigte, dass er an einem sozialen Wohnungsbauprojekt in München beteiligt war. Das passte genau zu meiner Folge über bezahlbaren Wohnraum. Ohne das Wiki hätte ich nur seine schönen Fotos gesehen, nicht die Expertise. Zweites Beispiel: Eine Aktivistin mit 10.000 Followern. Ihr Eintrag listete eine wissenschaftliche Publikation – ich lud sie ein, und sie sprach fundiert über Stadtplanung. Drittes Beispiel: Ein bekannter YouTuber mit 500.000 Abonnenten. Sein Wiki-Eintrag war voller Werbung für eigene Produkte. Ich ließ ihn links liegen. Das Wiki half mir also auch, unpassende Kandidaten schnell auszusortieren.

Fallstricke, die ich gelernt habe zu vermeiden

Influencer Wiki ist kein Allheilmittel. Manche Profile sind veraltet oder enthalten Fehler. Einmal lud ich einen Gast ein, der laut Wiki zu einem bestimmten Thema publiziert hatte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass er nur Mitautor einer Studie war, die er kaum kannte. Seitdem überprüfe ich die Angaben immer mit einer zweiten Quelle – am besten dem verlinkten Originalartikel. Auch die Community kann voreingenommen sein. Ein negativer Eintrag stammt manchmal von einem Konkurrenten. Also bleibe ich skeptisch und lese zwischen den Zeilen.

Für wen sich das Tool wirklich lohnt

Ich rate nicht jedem dazu. Wenn du nur einmal im Monat einen Gast brauchst und Geld für Agenturen übrig hast, ist der Aufwand vielleicht zu hoch. Aber für Podcaster wie mich, die selbst recherchieren wollen und eine hohe thematische Passung brauchen, ist Influencer Wiki ein Schatz. Auch kleine Unternehmen, die Kooperationen suchen, profitieren. Du sparst Geld, lernst die Personen besser kennen und baust authentischere Verbindungen auf. Hier sind meine konkreten Tipps aus der Praxis:

  • Erstelle eine Liste mit mindestens fünf Stichwörtern aus deiner Nische, bevor du suchst.
  • Lies immer die Kommentare oder Diskussionen unter einem Eintrag – dort stehen oft die wertvollsten Hinweise.
  • Vergleiche drei Profile parallel, bevor du eine Einladung aussprichst.
  • Notiere dir die Quellenangaben, damit du später nachprüfen kannst.
  • Nutze die Suchfilter nach Sprache oder Land, wenn du regionale Gäste brauchst.
  • Sei bereit, auch Profile mit geringer Reichweite anzuschauen – die Fachkenntnis ist oft besser.